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Klassische Homöopathie

Die Klassische Homöopathie ist ein großes und bewährtes Heilverfahren.

Ziel der homöopathischen Therapie ist es, die Lebenskraft ins Gleichgewicht

zu bringen und zu stärken und so dem Organismus die Selbstheilung zu ermöglichen. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                                                                                                                                                                                                                                       © sirengel / PIXELIO               

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Der Entdecker der Wirkprinzipien der Homöopathie ist Samuel Hahnemann (1755 bis 1843).

Seine erste wichtige Entdeckung war, dass eine Arznei einen gesunden Menschen krank machen

und bei diesem Beschwerden hervorrufen kann (s. „Chinarinden-Versuch“ ganz  unten).

Genau diese Beschwerden kann das Mittel bei einem kranken Menschen heilen, und zwar unabhängig davon, welchen Namen diese Krankheit hat.

Das Mittel Arsenicum album z.B. ruft an einem gesunden Menschen u.a. folgende Symptome hervor: Erbrechen, wässrige Durchfälle, schnellen Puls, Erschöpfung; außerdem Ängstlichkeit und Unruhe. Der Kranke fröstelt, aber er will den Kopf immer kühl haben. Außerdem hat er Durst auf Wasser in häufigen, kleinen Schlucken.

All diese Beschwerden hat Arsenicum album an vielen Menschen geheilt, egal ob es sich dabei um eine Erkältung, eine Lebensmittelvergiftung oder Cholera handelte.

 

Homöopathische Arzneimittel werden also an gesunden Menschen geprüft (keine Tierversuche).

Die Probanden erhalten in Doppelblindstudien ein ihnen unbekanntes homöopathisches Arzneimittel und werden daraufhin krank. Man kann sich das vielleicht ein bisschen wie eine Vergiftung vorstellen. Alle Beschwerden und Befindlichkeiten werden über Wochen und Monate beobachtet und notiert.

Die Beschwerden, die von sehr vielen Prüfern (unabhängig voneinander) genannt wurden, werden in eine große Liste, das so genannte Arzneimittelbild aufgenommen. Manche Arzneimittel haben nur wenige Symptome an Prüfern hervorgerufen, andere mehr als 10 000 verschiedene Beschwerden von Kopf bis Fuß und auch im emotionalen und geistigen Bereich.

 

Wenn ein Mensch krank wird, dann betrachtet der Homöopath seinen Zustand ganz genau:

Wo sitzen die Beschwerden? Wie fühlen sie sich an? Sind es  stechende Schmerzen oder brennende? Drückende, reißende oder pulsierende? Ist der Schmerz nur an einem Punkt oder strahlt er aus? Zu welcher Tageszeit ist es am schlimmsten? Welche Symptome begleiten die Beschwerden? Friert er oder schwitzt er? Hat er Durst oder nicht? Will er liegen oder sich bewegen? Ist er unruhig, apathische, weinerlich?

Diese und viele andere Fragen werden dem Patienten bei der Fallaufnahme gestellt.

Das Ergebnis der Befragung ist das Krankheitsbild des Patienten.

 

Und da ein homöopathisches Arzneimittel die Beschwerden bei einem Kranken heilen kann, die es bei Gesunden in der Prüfung hervorruft, sucht der Homöopath nun ein Mittel, das in der Arzneimittelprüfung möglichst ähnliche Symptome gezeigt hat, wie die des Kranken, der vor ihm sitzt.

„Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt“ -  so lautet die zentrale Arbeitsthese der Homöopathen.

Das richtige Arzneimittel versetzt den Organismus in die Lage, wieder ins Gleichgewicht zu gelangen. Dies gilt für körperliche, emotionale und geistige Beschwerden, die aber in Wirklichkeit immer zusammen auftreten. Da all diese Aspekte des Menschen behandelt werden, spricht man auch von einem ganzheitlichen Behandlungsansatz.

Homöopathische Arzneimittel wirken auch bei Tieren und bei bewusstlosen Menschen, man muss also nicht an die Homöopathie glauben, damit sie wirkt.

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Krankheit aus homöopathischer Sicht

Die Homöopathen auf der ganzen Welt betrachten Krankheit als eine Störung der Lebenskraft.

Die Lebenskraft, oder wie die Chinesen sagen das Qi, kann man nicht sehen.

Es ist eine Energie. Folglich kann man auch die Störung der Lebenskraft nicht sehen, messen oder wiegen- sie hat nichts Materielles.

Krankheit, also die Störung der Lebenskraft, zeigt sich zuerst in einem geistig-psychischen Bereich (Unwohlsein) und dann im Körper auf der Ebene des Nervensystems: Wir spüren ein diffuses körperliches Unwohlsein.

Das Nervensystem bildet den Übergang vom Geist zum Körper: Dies ist die Stelle, wo die geistige Verstimmung der Lebenskraft zum ersten Mal fühlbar wird.

Erst wenn die zentrale Störung auf der geistig-energetischen Ebene zu stark für den Organismus wird, beginnt er, die Krankheit tatsächlich körperlich zu manifestieren. Dies geschieht, um den Gesamtorganismus zu entlasten und ist vergleichbar mit der kontrollierten Flutung von Hochwasserpoldern, wenn ein Damm zu brechen droht: Man lässt das Wasser auf dafür vorgesehene Flächen entweichen, damit kein größerer Schaden dort angerichtet wird, wo Menschen leben.

Genauso macht es auch der menschliche Organismus. Er manifestiert die zentrale (geistige/energetische) Störung zur Entlastung des Gesamtsystems, und zwar zuerst an möglichst peripherer, ungefährlicher Stelle.

Wird ihm diese „Ventilfunktion“ genommen, indem die erzeugte lokale Beschwerde unterdrückt wird (und das kann durchaus auch mit homöopathischen Mitteln geschehen, s.u.), dann ist der Organismus gezwungen, die Entlastung auf „edlere Teile“ zu verlegen. Die Krankheit verlagert sich dann von der Peripherie ins Zentrum.

 

Bei der Heilung eines Menschen durch eine homöopathische Therapie, geht alles in umgekehrter Richtung: Zunächst verlässt die Krankheit die „edlen Teile“ und geht wieder zurück an die Peripherie. Dann verschwindet sie aus der Peripherie und die zentrale Störung, die auf der Ebene des Nervensystems gespürt wird, bleibt zurück.

Am Schluss wird auch die zentrale Störung, mit der alles begann, verschwinden und erst jetzt ist ein wirklicher Zustand von Gesundheit hergestellt.

 

Es gibt also in Wirklichkeit nur scheinbar lokale Krankheiten, wie Schnupfen, Durchfall und Kopfschmerzen.

Tatsächlich sind diese lokalen Erscheinungen Auswirkungen einer zentralen Störung der Lebenskraft, die dann auf die körperliche Ebene „delegiert“ wurden.

In dieser Auffassung von Krankheit unterscheidet sich die Homöopathie fundamental von der Allopathie (sog. Schulmedizin).

Dieser Unterschied ist sehr wichtig, wenn es um die Verabreichung homöopathischer Heilmittel geht.

Nur wenn die Mittel nach klassisch homöopathischen Gesetzmäßigkeiten verordnet werden (also auf die energetische Störung hin und nicht ! auf lokale Symptome oder Krankheitsnamen, wie Rheuma, Asthma oder Schnupfen hin), kann eine Heilwirkung im homöopathischen Sinne stattfinden.

Falsch verordnet wird die „Behandlung“ zu einer Unterdrückung der Symptome führen (Verlagerung der Beschwerden auf „edlere Teile“), was zu einer Verschlimmerung der eigentlichen Erkrankung führt.

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Ablauf der homöopathischen Behandlung

Am Anfang steht das ausführliche Gespräch (Erst-Anamnese, s.o.), das je nach Befindlichkeit des Patienten mehrere Stunden dauern kann.

Alle Informationen werden dann vom Homöopathen sortiert und ausgewertet. Dann wird das Heilmittel gesucht.

Akutbehandlung

Bei akuten Erkrankungen (z.B. einer Grippe) reicht häufig eine Arzneimittelgabe aus, um die Heilung einzuleiten.

Diese Form der Behandlung nennt man Akutbehandlung. Sie kommt am ehesten in Frage für Menschen, die sich ansonsten einer robusten Gesundheit erfreuen und fast nie krank sind.

Konstitutions- Behandlung

Bei chronischen, langwierigen Erkrankungen dauern die Erstanamnese und die Arzneimittelsuche meist länger.

Es sind sehr oft mehrere Mittelgaben nötig.

Dabei kann man sich vorstellen, dass die Krankheit Schicht für Schicht abgetragen wird.

Diese Art der Therapie nennt man eine Konstitutions-Behandlung, denn die Konstitution und Lebenskraft des Patienten wird nach und nach gestärkt.

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Homöopathie und persönliche Entwicklung

Die Homöopathie als ganzheitliches Heilverfahren kann noch mehr. Wer sich über einen längeren Zeitraum homöopathisch behandeln lässt, kann feststellen, dass sich nicht nur etwas auf der körperlichen Ebene verändert. Nach und nach können Ängste und Blockaden sanft abgebaut werden, sodass wir glücklicher und freier werden. Dieser Prozess kann durch genaue Selbstbeobachtung des Patienten unterstützt werden und hat persönliches Wachstum zur Folge.

Wer an sich arbeiten möchte, kann durch eine homöopathische Konstitutionsbehandlung große Unterstützung erhalten.

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Die homöopathischen Arzneimittel

Homöopathische Arzneimittel werden vor allem aus mineralischen, pflanzlichen und tierischen Ausgangsstoffen hergestellt.

 

Bei der Arzneimittelherstellung (Potenzierung) gibt es zwei wichtige Schritte:

1.     Die Verdünnung

2.     Die Dynamisierung.

Beide Schritte sind nötig, damit ein homöopathisches Arzneimittel entsteht.

Bei der Verdünnung wird 1 Teil vom Ausgangsstoff (z.B. Bienengift) mit 99 Teilen Alkohol verdünnt.

Dann wird diese Mischung für längere Zeit kräftig geschüttelt, was man Dynamisierung nennt.

Von dieser geschüttelten Mischung nimmt man nun wieder 1 Teil und verdünnt ihn wieder mit 99 Teilen Alkohol.

Nun wird wieder geschüttelt.

Dieser Prozess wird immer wieder wiederholt, was einerseits zur Folge hat, dass der Anteil des Ausgangstoffes an der Mischung immer geringer wird.

Gleichzeitig wird die Wirkung des entstandenen Mittels aber immer kräftiger: sie wird potenziert (Potenz = Kraft).

 

Mit den bisher zur Verfügung stehenden naturwissenschaftlichen Mitteln, lässt sich dieses Phänomen nicht erklären, es gibt aber Hinweise darauf, dass die Quantenphysik, deren Gesetzte der uns bekannten Physik oft völlig widersprechen, Erklärungen für dieses Phänomen finden wird.

Man nimmt heute an, dass durch die Verschüttelung bei ansteigender Verdünnung, eine Art „Information“ aus dem Ausgangsstoff freigesetzt wird.

Es gibt verschiedene Potenzreihen, die sich darin unterscheiden, um wie viel jeweils verdünnt wird. Auch die Intensität der Dynamisierung ist unterschiedlich.

Die Buchstaben der Potenzen leiten sich dabei von lateinischen Zahlenbezeichnungen ab:

D für dezimal

C für centesimal

LM für die Ziffern 50 (L) und 1000 (M), Q für Quinquaginta-Millesimal (50 000).

Die D-    Potenzen werden 1:10     verdünnt und dann verschüttelt.

Die C-    Potenzen werden 1:100   verdünnt und dann verschüttelt.

Die LM-Potenzen werden 1: 50 000 verdünnt und dann verschüttelt.

Die Q-Potenzen werden auch im Verhältnis 1:50 000 potenziert, aber der Herstellungsprozess unterscheidet sich in einigen Details von dem der LM-Potenzen.

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Der „Chinarinden- Versuch“

Samuel Hahnemann war zur Hochzeit seines Wirkens in ganz Europa bekannt, denn er hatte mit homöopathischen Mitteln Cholera und Typhus geheilt - in einer Zeit ohne Antibiotika, war das eine Leistung, die sich herumsprach.

Hahnemann war approbierter Arzt und Chemiker und sprach mehrere Sprachen.

Mit den Ergebnissen der damaligen Medizin war er so unzufrieden, dass er seine Praxis schloss und zunächst als Übersetzer medizinischer Fachliteratur arbeitete und forschte.

Eines Tages las er einen medizinischen Artikel, der ihn zu einem Selbstversuch veranlasste:
Er nahm Chinin (Rinde des Chinabaums) ein, weil der Autor des Artikels behauptet hatte, es würde den Magen stärken. Stattdessen jedoch bekam Hahnemann Fieberschübe, die denen der Malaria sehr ähnlich waren.

Nun war schon damals bekannt, dass Chinin ein wirksames Mittel bei Malaria ist.

Chinin half also bei den Fieberschüben der Malaria und rief bei Gesunden ganz ähnliche Fieberschübe hervor.

So fand Hahnemann heraus, dass eine Medizin diejenigen Beschwerden eines Kranken heilen kann, die es bei einem Gesunden hervorruft.

Dieser „Chinarinden- Versuch“ Hahnemanns gilt als die Geburtsstunde der Homöopathie (1790).




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